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“ …Das Epizentrum liegt nahe der Ortschaft Langwedel. Es befindet sich im Bereich des Erdgasfeldes Völkersen und steht in Zusammenhang mit der Erdgasförderung. …“

DATUM: 11.12.2017
HERDZEIT: 01:13 Uhr Ortszeit
EPIZENTRUM BREITE: 52,97° Nord
LÄNGE: 9,25°Ost
MAGNITUDE: ML 2,5
REGION: Langwedel, LK Verden

https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/lbeg-registriert-erdbeben-im-landkreis-verden-160183.html

 

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„Bei Bohrungen in der Nordsee haben Öl- und Gaskonzerne flache Gastaschen durchstoßen, aus denen Methan aufsteigt. Methan ist 25 Mal klimaschädlicher als CO2. Weil der Bohrvorgang Risse im Untergrund verursacht, steigt das klimaschädliche Gas entlang des Bohrlochs auf – teilweise noch Jahrzehnte nach Stilllegung der Bohrstelle. Das haben Wissenschaftler vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel durch mehrere Expeditionen nachgewiesen.“

Bild: Plusminus

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/plusminus-erdgasfoerderung100.html

oder auch
20171206Klimaschäden durch Methan_ – Plusminus – ARD _ Das Erste

 

Immer wieder haben die Initiativen gegen Fracking darauf hingewiesen, dass Erdgas NICHT klimafreundlich ist, u.a. wegen der Methan-Emissionen während des gesamten Prozesses; denn Methan ist wesentlich klimaschädlicher als CO2. Sh. dazu nachfolgende Veröffentlichung der Forschungsgruppe um Howarth von der Cornell-University, USA:
CH4 summary_ Howarth Lab

Sh. auch den NASA-Bericht über die Methanquellen:
https://www.energiezukunft.eu/klimawandel/nasa-deckt-250-gefaehrliche-methanquellen-auf-gn104242/

Die Erdgasindustrie wird jetzt einsichtig und gelobt Besserung,:
2017_Guiding-Principles-Methane-Natural-Gas
Darin finden sich (übersetzt) 5 Leitprinzipien:

  1. Zur Überwachung und Reduzierung von Methan-Emissionen sollen Pläne erstellt, systematische Programme und effektivere Technologien entwickelt und deren Entwicklung finanziell unterstützt werden.
  2. Ein Verständnis der Methan-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette Erdgas soll gemeinsam mit allen involvierten Akteuren erarbeitet werden.
  3. Die Datenlage zur Erfassung der Methan-Emissionen soll verbessert und die hierzu nötige Forschung unterstützt werden.
  4. Politische Regulierung der Methan-Emissionen soll unterstützt werden.
  5. Informationen über Methan-Emissionen sollen zugänglich gemacht werden

In einer Pressemitteilung heißt es hierzu:
„… Die Chance ist groß – die Umsetzung aller kosteneffizienten Maßnahmen zur Reduzierung der Methanemissionen weltweit hätte die gleichen Auswirkungen auf den langfristigen Klimawandel wie die Schließung aller bestehenden Kohlekraftwerke in China.
https://www.wintershall.com/de/presse-mediathek/pressemeldungen/detail/acht-energieunternehmen-verpflichten-sich-zu-senkung-von-methanemissionen-im-erdgassektor.html

Ein Aktivist einer befreundeten BI hat diese Aussage zur Grundlage folgender Berechnung (jeweils jährlich) gemacht: 
Chinas Kohlekraftwerksemissionen: 4 Mrd. Tonnen CO2;
bei einem angenommenen Äquivalenzfaktor von 28 würden 0,140 Mrd. Tonnen Methan diese Wirkung entfachen. Das sind 140 Mrd. Kg Methan; bei einer Dichte von 0,656 kg/m³ sind das
                                            213 Mrd. m³ Methan.
Um diese Größe könnte die Methan-Emission bei Umsetzung kosteneffizienter Maßnahmen reduziert werden. 
(Die Gesamtemissionen sind natürlich erheblich höher; es kämen hier ja nur kosteneffiziente Maßnahmen zum Tragen).
Der Gasverbrauch in Europa betrug 2015  426,3 Mrd. m³; d.h. die kosteneffizient vermeidbaren Emissionen liegen in einer Größenordnung von ca. 50 % des europäischen Gasbedarfs.
Oder: Bezogen auf den Gas-Weltverbrauch von 3.393 Mrd. m³ beträgt die kosteneffizient vermeidbare Emissionsquote über 6,3 % !

Nun sind diese fünf Leitprinzipen zunächst nur vage Absichtserklärungen wohl zur Image-Politur.
Aber vor allen Dingen: Statt weiter die Ausbeutung fossiler Energieträger zu forcieren mit all den Risiken, Gefahrenpotentialen und möglichen Folgeschäden  sollte in erneuerbare Energien, Speichertechnik und Energieeffizienzmaßnahmen investiert werden,

 

Die Regionalgruppe Rotenburg der „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung“ (IPPNW) hatte zu diesem Informationsabend unter der Überschrift „Erdgasförderung: Risiken für Trinkwasser und Gesundheit“ eingeladen.
250 Gäste folgten der Einladung. Fazit des Kommentators:
„Das Bohren nach Erdgas in der Region und das Fracking, mit dem auch die letzten Gasreserven aus der Erde herausgepresst werden sollen wie der letzte Tropfen Saft aus einer Zitrone, bereiten den Menschen in der Region Sorgen und Ängste. Vor allem die Ärzte in Rotenburg sorgen immer wieder für wichtige Initialzündungen, um die Flamme des Protests nicht ausgehen zu lassen. Vor dieser Initiative müssen eigentlich alle Rotenburger den Hut ziehen. …..
Im Zweifel für den Angeklagten? Nein! Im Zweifel für die zurecht beunruhigte Bevölkerung. Vorsorge ist besser als Nachsorge. Also: Lasst es sein mit dem Fracken! „

Infoveranstaltung Rotenburger Ärztinnen und Ärzte

08.11.2017, 19.30 Uhr Buhrfeindsaal des Diakonieklinikums, Elise-Averdiek-Straße 17, 27356 Rotenburg (Wümme)

Referenten:
Dr. Hermann Kruse, Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Universität Kiel
Dipl.-Ing. Volker Meyer, Geschäftsführer Wasserversorgungsverband Rotenburg-Land

https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/rotenburg-ort120515/aerzte-bleiben-laut-8806980.html

Ein Mitstreiter einer Nachbar-BI hat die Programme durchforstet mit folgendem Ergebnis:

SPD
Seite 79
Für die SPD Niedersachsen hat der Trinkwasserschutz unbedingten Vorrang vor der Erdgasförderung. Daher lehnen wir die Förderung von Erdgas innerhalb von Wasserschutz- gebieten jeder Art ab. Es soll daher geprüft werden, ob es zur Sicherstellung dieser Ziele erforderlich ist, in die niedersächsische ‚Verordnung über Schutzbestimmungen in Was- serschutzgebieten‘ (SchuVO) ein Verbot des Bohrens nach Erdgas in Wasserschutzgebieten jeder Art aufzunehmen. Der Gesundheitsschutz hat für uns dabei oberste Priorität.
Seite 100,101
Auf dem Weg in eine langfristig allein aus erneuerbaren Energien gespeiste Stromproduktion ist für dieVersorgungssicherheit der Einsatz konventioneller Kraftwerke notwendig. Eine SPD-Landesregierung setzt dabei auf effiziente, emissionsarme Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung. Sie sollen in umweltfreundlicher heimischer Produktion entstehen, um die Erdgaspreise stabil zu halten und die Wertschöpfung im eigenen Land zu generieren.

CDU
Seite 70
Wir werden den Anteil an […] erdgasangetriebenen Bussen beim ÖPNV anheben.
Seite 73
Beim Fracking muss dem Sicherheitsaspekt höchste Priorität eingeräumt werden. Genehmigungen dürfen nur erteilt werden, wenn erhebliche Risiken für Mensch und Natur vollständig ausgeschlossen werden können. Grund- und Trinkwasser müssen besonders geschützt werden. 

FDP
Seite 13
Forschungsverbote etwa in den Bereichen […], Fracking und […] lehnen wir ab. 

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
Seite 20
Es gibt kein gutes Fracking
Niedersachsen ist Erdöl- und Erdgasförderland. Rund zehn Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases stammt von hier. 2016 hat die Bundesregierung die Chance vertan, Fracking komplett zu verbieten. Wir GRÜNEN werden uns daher weiter dafür einsetzen, Fracking im Bundesbergrecht ausnahmslos zu untersagen. Mit uns GRÜNEN wird es auch keine Ausweitung der Erdgasförderung insbesondere im Schiefergestein geben, die nur unter massivem Fracking-Einsatz möglich wäre. Wir wollen die durch die Große Koalition ermöglichten Probebohrungen im niedersächsischen Schiefergestein nicht zulassen. Darüber hinaus lehnen wir auch die Förderung von Kohlenwasserstoffen aus Sandstein mittels horizontalen Frackings ab.

Schon bei der „normalen“ Erdgasförderung ohne Fracking entstehen schädliche Emissionen, giftiges Lagerstättenwasser und belastete Bohrschlämme. Zudem erschüttern Erdbeben die Förderregionen. Um diesen lange unterschätzten Problemen zu begegnen, sorgen wir mit verstärkten Kontrollen und Aussagen für die Durchsetzung des geltenden Rechts. Gefährliche Risiken oder gar gesundheitliche Beeinträchtigungen von Anwohner*innen darf es nicht geben. Entsprechenden Hinweisen gehen wir gründlich nach. Auch deswegen brauchen wir einen Fahrplan für den Ausstieg aus der Gasförderung. Wir arbeiten engagiert an der Energiewende, um schneller auf fossile Energien zu verzichten. 

Solange noch Erdgas in Niedersachsen gefördert wird, nutzen wir GRÜNEN die landespolitischen Spielräume (zum Beispiel in Wasserschutzgebieten) für scharfe Sicherheitsauflagen und kombinieren dies mit einem umfassenden Programm zum Umweltmonitoring. Wir sorgen dafür, dass sich die Förderindustrie nicht der Verantwortung für ihre Altlasten, wie die über 1.000 Bohrlochschlammgruben, entziehen kann. Die Kosten, die der Allgemeinheit durch die Förderung von Erdöl und Erdgas entstehen, sollen die Verursacher tragen. Darum wollen wir die Gebühren und Abgaben für Förderunternehmen auf ein verursachergerechtes Maß erhöhen.

Die Förderung von Öl und Gas mitten im kostbaren Nationalpark Wattenmeer lehnen wir ab.

Die Linke

Seite 68
■ keinerlei ungefilterte Abfackelung mehr bei der Erdgasförderung – ein absolutes Verbot des so genannten Abblasens von Gas.

■ die ordnungsgemäße Entsorgung hochgiftiger Abfälle aus der Erdöl- und Erdgasförderung.

■ umfangreiche Landesstudien zur Ursachenermittlung der Krebshäufungen und anderer Krankheiten im Umfeld von Erdgas- und Erdölförderstätten.

■ die Verlagerung der Überwachung der Erdgas- und Erdölförderung aus dem industriefreundlichen Wirtschaftsministerium ins Umweltministerium zum Zweck der Sicherstellung der staatlichen Überwachung (wie z. B. in Schleswig-Holstein).

■ ein Totalverbot des Frackings. 

 

 

 

Die Aufsuchungserlaubnis, die im März 2017 auslief, ist bis zum 14. März 2019 verlängert worden. Das Gebiet wurde allerdings verkleinert,  die Stadt Osnabrück und der südwestliche Landkreis Osnabrück (Kohleflözgebiet) wurden herausgenommen. Das verbliebene Feld  heißt jetzt „Bramsche Verkleinerung“. Es umfasst den nördlichen und östlichen Landkreis Osnabrück, Teile des Emslandes und einen kleinen Teil des Landkreises Vechta, insgesamt ist es ca. 1900 km² groß. Die Flächen liegen sämtlich im Schiefergasgürtel. Zur Erinnerung: Das Arbeitsprogramm der Gas fördernden Industrie für das Jahr 2012 sah für Badbergen  „ Abteufen und Testen (frac) der Shale Gas Bohrung Ortland 26“ vor. Dazu ist es bislang nicht gekommen. Was ist in Zukunft zu erwarten? Auf Bundesebene sieht das gesetzliche Regelungspaket zum Thema Fracking vor, dass bis 2021 das Schiefergasfracking lediglich an vier Forschungsstandorten eingesetzt werden darf und die Rechtslage für gewerbliches Schiefergasfracking danach neu geregelt wird.  Die einzelnen Bundesländer dürfen selbst entscheiden, ob sie ein solches Forschungsvorhaben zulassen. Die derzeitige  niedersächsische Landesregierung hat das ausgeschlossen. Trotzdem jetzt diese Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis? Man muss ein plausibles Arbeitsprogramm für eine Erlaubnis vorlegen. Was soll also geschehen, wenn Fracking  derzeit nicht infrage kommen darf? Ganz einfach: Man bezieht sich auf die KONVENTIONELLEN Lagerstätten. Viele Artländer können sich sicher noch an frühere Jahrzehnte erinnern, als hier und dort Öl- und Gasförderstellen im Artland verteilt waren. Das jetzt dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) vorgelegte Arbeitsprogramm sieht für das erste Jahr die Neubewertung der Erdgas- und Erdölexploration aus diesen  KONVENTIONELLEN Lagerstätten vor, basierend auf den existierenden Datensätzen, die zu diesem Zwecke digitalisiert werden sollen. Im zweiten Jahr dann Re-Processing von 2D seismischen Linien und deren Interpretation sowie ggfs. Vorbereitung einer Explorationsbohrung. Von Schiefergas und Fracking ist derzeit  keine Rede. Sind wir also aus dem Schneider? Nein! Arbeitsprogramme können schnell ergänzt oder geändert werden. Es ist zu vermuten, dass die Gas fördernde Industrie auf veränderte Mehrheiten nach den Landtagswahlen in Niedersachsen hofft; denn eine andere Landesregierung könnte durchaus zügig ein Forschungsvorhaben zum Schiefergasfracking in Niedersachsen zulassen. Weitere Aufmerksamkeit ist geboten.