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Am 31.03.2017 endet (wieder einmal) die Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen in unserem Aufsuchungsfeld. Ursprünglich endete sie am 14.03.2014, wurde aber verlängert, ohne dass eine Behörde, z.B. die Landkreise gehört worden wäre. Und das, obwohl uns der Niedersächsische Wirtschaftsminister noch im Aug. 2013 mitgeteilt hatte, das LBEG (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) beteilige im Erlaubnisverfahren grundsätzlich die betroffenen Landkreise, die in der Praxis vor Abgabe einer Stellungnahme ihre Gemeinden einbeziehen könnten.  Der Landkreis Osnabrück beabsichtigte, genau so zu verfahren wurde dann aber von der stillschweigenden Verlängerung ebenso überrascht wie die übrige Öffentlichkeit.

Damit nicht erneut in derart fragwürdiger Weise die Erlaubnis verlängert werde, haben sich die im Aufsuchungsfeld beheimateten Interessengemeinschaften Schönes Lünne und Fracking-freies Artland e.V. mit
zwei Fragen an den Niedersächsischen Wirtschaftsminister
gewandt:
1.
Wie kann erreicht werden, dass das LBEG im Falle eines weiteren Verlängerungsantrages die bergrechtlichen Mindestanforderungen berücksichtigt und eine Öffentlichkeitsbeteiligung zumindest der betroffenen Landkreise durchführt?
2.
Wie kann erreicht werden dass die Haltung der Niedersächsischen Landesregierung, die sich in Pressemitteilungen und in Antworten auf mündliche Anfragen im Landtag manifestiert (Nein zu Schiefergasförderung, Nein auch zu entsprechenden Forschungsvorhaben) auch ihren Niederschlag in der Genehmigungspraxis der ihr unterstellten Behörde, des LBEG, findet?

Auf die Antwort darf man gespannt sein.

Hier ein Link zum Brief
20170117an-den-minister-fuer-wirtschaft

und zu einem Bericht in der Lokalzeitung dazu
http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-artland/artikel/843517/fracking-im-artland-durch-die-hintertuer-verhindern

 

 

Interessanter Artikel im „Kritischen Agrarbericht  2017“, der auf der grünen Woche vorgestellt wurde:
http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2017/KAB_2017_169_172_Gheorghiu.pdf

Bei zunehmender Häufigkeit lohnt es sich fast, ein Formular für diese Meldungen zu erstellen.
15.11.2015, 10.27 Uhr, Stärke 2,5: 
„Das Epizentrum (Ort des Erdbebens) liegt zwischen Langwedel und Kirchlinteln. Es befindet sich im Bereich des Erdgasfeldes Völkersen. Im Landkreis Verden hat das LBEG zwischen 2008 und 2016 bereits sieben schwache Erdbeben mit Magnituden von ML 1,8 bis 3,1 registriert. Das letzte Erdbeben ereignete sich am 22. April 2016. Ein Zusammenhang zwischen den seismischen Ereignissen und der Erdgasförderung wird vom NED daher als wahrscheinlich eingestuft.“

27.10.2016, 14.34 Uhr: „Das Epizentrum (Ort des Erdbebens) liegt im Raum Großenkneten. Es befindet sich im Bereich der Erdgasfelder Hengstlage und Dötlingen. In dieser Region ereignete sich zuletzt am 14.01.2016 ein Erdbeben südlich von Wardenburg mit der Magnitude 2,7. Zwei weitere leichte Beben mit Magnituden von 2,1 und 1,9 wurden im Gebiet des heutigen Epizentrums bereits am 28. Juli 2014 und am 05. Juni 2015 registriert. Ein Zusammenhang zwischen den seismischen Ereignissen und der Erdgasförderung wird vom NED daher als wahrscheinlich eingestuft.“

http://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/landkreis-oldenburg-lbeg-registriert-seismisches-ereignis-der-magnitude-21-148171.html

 

Die IG Fracking-freies Artland e.V. zeigt im Hotel Hagspihl, Lange Straße 66, 49610 Quakenbrück die Ausstellung „Occupy Chevron“, die den erfolgreichen Widerstand der Gemeinde Zuralow (Polen) gegen Chevron dokumentiert. Die Ausstellung wird vom 08. bis 15. Okt. 2016 gezeigt. Die Eröffnung fand im Rahmen des Bundestreffens „gegen Gasbohren“ statt. Am Globalfrackdown Day, dem 15.10.2015 wird die die IG Fracking-freies Artland von 10 – 15 Uhr für Diskussionen und Informationen vor Ort sein. Alle interessierten BürgerInnen sind herzlich eingeladen.dsc_0703-2img_4954-2img_4924-2

Bekanntlich hat die IG Fracking-freies Artland e.V. am 08./09. Okt. 2016 das Bundestreffen der unter „gegen Gasbohren“ vernetzten Bürgerinitiativen ausgerichtet, an dem 27 Initiativen aus 8 Bundesländern teilnahmen.

„Aktionsbündnis kampfbereit“
titelte das Bersenbrücker Kreisblatt in seinem Bericht:
http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-artland/artikel/787951/bundestreffen-gegen-gasbohren-in-quakenbrueckdsc_0731

Die Tagung wurde für die Bearbeitung vieler Themenfelder genutzt: Ob es um den neuen Rechtsrahmen ging und was er in den verschiedenen Lagerstätten bedeutet, um giftige und teils radioaktive Bohrschlämme, um Gesundheitsschäden oder um internationale Entwicklungen – es standen sachkundige Referenten zur Verfügung und es wurde lebhaft diskutiert. Am Ende waren sich alle einig:

Der Kampf gegen die unbeherrschbare Risikotechnik wird weitergehen und um jedes Bohrloch erfolgen. Sh. hierzu die Pressemitteilung:
20161010pmbundestreffen

Vom Bundestreffen wurde als offener Brief ein Appell an den Niedersächsischen Ministerpräsidenten, den Wirtschaftsminister und den Umweltminister gesandt, der hier aufgerufen werden kann:
20161009briefannds

Ein gesonderter Appell ging an die Mitglieder der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, um sie daran zu erinnern, dass der Landesverband, dem auch sie angehören, sich hinter die Korbacher Resolution gestellt hat, die ein ausnahmsloses Verbot von Fracking fordert.

Insgesamt war das Bundestreffen für alle Teilnehmer bereichernd sowohl bezüglich fachlicher Informationen und Diskussionen als auch im Hinblick auf persönliche Begegnungen.

Am Samstagabend, 08.10.2016 kam ein kurzer Bericht in der  NDR-Fernsehsendung „Hallo Niedersachsen“ (ab 09.49):
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Hallo-Niedersachsen,sendung561906.html

http://www.energiezukunft.eu/klimawandel/nasa-deckt-250-gefaehrliche-methanquellen-auf-gn104242/

„NASA deckt 250 gefährliche Methanquellen auf

Das Klimagas Methan ist 25 Mal wirksamer als CO2.

Dennoch werden die Emissionen gerade bei der Förderung fossiler Energieträger kaum begrenzt. Der Fracking-Boom in den USA hat das Problem massiv verschärft, die NASA startet Aufklärungsflüge.  …..

Insgesamt 250 Methanquellen wurden durch diese Weise aufgedeckt. Einige setzten pro Stunde nur wenige Kilogramm des schädlichen Treibhausgases frei, andere dagegen bis zu fünf Tonnen. „Die Studie zeigt außerdem, dass nur 10 Prozent der Methanquellen für die Hälfte der Emissionen verantwortlich sind“, so die NASA.

Die hohe Konzentration der Methangasemissionen in der Region kommt alles andere als überraschend, denn die Four Corners Region ist das größte Produktionsgebiet von Flözgas in den USA. Hier werden jährlich mehr als 20 Megatonnen Methan gefördert, das bei der Kohleförderung im Kohletagebau anfällt. Neben der Kohleförderung werden in dem Vierländereck große Mengen Erdgas und Fracking-Gas gewonnen. Die Gasförderung ist laut Studie auch für „ein Gros der Emissionen“ verantwortlich. Bei der Spurensuche nach Methanquellen stießen die Wissenschaftler auf undichte Bohrköpfe, unerwartet große Emissionen aus Speichertanks und Leckagen in Verarbeitungsanlagen. …“  klimawandel_gas_oelfelder_new_mexico_colorado_Searls_3ba1422603                                                                          Erdgas-, Erdöl- und Fracking-Gas-Förderanlagen in der Four Corners Region zwischen den US-Bundesstaaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona. (Foto: Doc Searls, CC BY-SA 2.0, https://www.flickr.com/photos/docsearls/2780883584/)